Netzplanung und Standortwahl (geplant: jeder Abschnitt als Accordion)

Überblick

Das Luftgütemessnetz Brandenburg wurde 1991 beginnend schrittweise aufgebaut. In der ersten Konzeption zur Messung der Luftqualität [1] aus dem Jahr 1993 wurde festgelegt, in 13 sogenannten „Schwerpunktgebieten der Luftverunreinigung“ die Luftqualität in Brandenburg mit Rastermessungen, ergänzt um jeweils mindestens eine kontinuierlich messende Station, zu ermitteln. Diese Rastermessungen bildeten unter Berücksichtigung der jeweils gültigen gesetzlichen Regelungen die Grundlagen der Netzplanung in den Folgejahren. Heute (Stand: 11/2018) liegen für einige der damals errichteten Messstationen mehr als 25-jährige, weiterhin direkt vergleichbare Reihen vor.

Netzplanung

Unter Berücksichtigung der sich ändernden gesetzlichen Grundlagen und der gewachsenen Kenntnisse zur Belastungssituation wurden die Konzeptionen der Überwachung der Luftqualität 1995 beginnend alle fünf Jahre überarbeitet. Je nach Erfordernis kamen neue Messstellen hinzu bzw. wurden Messstellen abgebaut. Beispielsweise führte das Inkrafttreten des sogenannten Ozongesetzes [8] ab 1995 zum Aufbau neuer Messstellen. Der deutliche Rückgang der SO2- und Staubbelastung und die damit verbundene Außerkraftsetzung der Smogverordnung [9] im Januar 1996 führte hingegen zum Rückbau von Messstellen für diese Schadstoffe. Landesweit wird gemäß [6] mit den durchgeführten Messungen die geforderte „repräsentative Beurteilung der raumzeitlichen Immissionssituation und der Bevölkerungsexposition“ angestrebt.
Beim Aufbau der verkehrsbezogenen Messstellen wird mittels Modellrechnung zunächst ein landesweites Screening zur Ermittlung der am höchsten belasteten Straßenabschnitte des Landes vorgenommen. Auf dieser Basis wurden in Absprache mit den Kommunen bzw. im Zusammenhang mit der Erstellung von Luftreinhalteplänen temporäre oder dauerhafte Messstellen an den Belastungsschwerpunkten durch den Kfz-Verkehr errichtet. Die Berechnungen werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert [11] und u.a. zur Überprüfung der Standorte der verkehrsbezogenen Messstellen genutzt.

Standortwahl

Die Standortwahl erfolgte und erfolgt unter Einhaltung der gesetzlich festgelegten konkreten Vorgaben zur groß- und kleinräumigen Ortsbestimmung von Probenahmestellen.

Aktuell sind diese in den Anlagen 3, 5 und 8 der 39.BImSchV in der Fassung vom 10.Oktober 2016 [10] formuliert:

  • Anlage 3 - Beurteilung der Luftqualität und Lage der Probenahmestellen für Messsungen von Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxiden, Partikeln (PM10 und PM2.5), Blei, Benzol und Kohlenmonoxid in der Luft
  • Anlage 5 - Kriterien für die Festlegung der Mindestzahl der Probenahmestellen für ortsfeste Messungen der Werte für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide, Partikel (PM10, PM2.5), Blei, Benzol und Kohlenmonoxid in der Luft
  • Anlage 8 - Kriterien zur Einstufung von Probenahmestellen für die Beurteilung der Ozonwerte und zur Bestimmung ihrer Standorte
  • Anlage 16 - Standort und Mindestanzahl der Probenahmestellen für die Messung der Werte und der Ablagerungsraten von Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[a]pyren.

Eine zusammenfassende Erläuterung zur Standortwahl finden Sie hier: https://luftdaten.brandenburg.de/wo-wie-wird-gemessen

Gebietseinteilung

Die brandenburgischen Messorte sind gemäß 39.BImSchV [10] verschiedenen Beurteilungsgebieten zugeordnet. Mit dem Zuschnitt der Gebiete wird versucht, sowohl den meteorologischen, als auch den menschgemachten Einflüssen auf die räumliche Verteilung von Luftverunreinigungen zu entsprechen:

Aus der Kombination von Beurteilungsgebiet und dem zu bewertenden Schadstoff ergibt sich ein Beurteilungsregime. Für jedes Regime müssen die o.g. Kriterien, insbesondere zur Mindestanzahl von Stationen, eingehalten werden. Bei den Stoffen SO2, CO, Benzol, den PM10-Inhaltsstoffen Blei, Arsen, Cadmium, Nickel und Benzo[a]pyren, sowie bei Ozon ist das gesamte Land Brandenburg das Beurteilungsgebiet. Hinsichtlich Stickstoffdioxid und der Partikel PM10 und PM2.5 erfolgt die Unterteilung in ein nordwestliches und eine südöstliches Beurteilungsgebiet, exklusive der Städte Brandenburg a. d. H., Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam. Für letztere erfolgt aufgrund der erhöhten verkehrsbedingten Belasten eine jeweils eigene Gebietsbeurteilung.

<hier: Slider mit 2 JPEG-Karten: 1. einfache Gebietskarte, 2. Städte als Einzelgebiete mit EU-Code; bei Klick: Downlod der PDF-Version der jeweiligen Karte>

Aktuelle Probenahmestellen (Stand: <aktuelles Datum>)

<Stationsliste „aktive Stationen“ aus https://luftdaten.brandenburg.de/home/-/bereich/messstationen hier einfügen>

 

Literaturangaben

  1. Immissionsmeßkonzeption (Luftqualität) für das Land Brandenburg, Landesumweltamt Brandenburg, 1993
  2. Immissionsmeßkonzeption (Luftqualität) für das Land Brandenburg, Landesumweltamt Brandenburg, 1995
  3. Immissionsmeßkonzeption (Luftqualität) für das Land Brandenburg, Landesumweltamt Brandenburg, 2000
  4. Konzeption zur Überwachung der Luftqualität im Land Brandenburg 2005-2009, Landesumweltamt Brandenburg 2005
  5. Konzeption zur Überwachung der Luftqualität 2010-2014, Landesumweltamt Brandenburg 2010
  6. Konzeption zur Überwachung der Luftqualität 2015-2019, Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg, 2014
  7. Richtlinie des Rates vom 21.09.92 über die Luftverschmutzung durch Ozon (92/72/EWG)
  8. Verordnung über Immissionswerte in der Luft (22.BImSchV) vom 19.07.1995
  9. Verordnung zur Verminderung schädlicher Umwelteinwirkungen bei austauscharmen Wetterlagen (Smog-Verodnung – Smog-VO) vom 28.11.1991
  10. Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen – 39. BImSchV) vom 2.August 2010 in der Fassung Erste Verordnung zur Änderung der Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen – 39.BImSchV vom 10.Oktober 2016
  11. Verkehrsgutachten 2013-2014, MLUL/IVU 2015 https://mlul.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/verkehrsgutachten_bbg_fortschreibung.pdf

Zuständige Behörde

Landesamt für Umwelt Brandenburg
Abt. T 1, Referat T 14 – Luftqualität, Nachhaltigkeit
Postfach 60 10 61
14410 Potsdam

Tel.: 033201 442 313
Fax: 033201 442 398
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